Humusaufbau

Humusversorgung von Böden

(Quelle: H&K aktuell)

 

Grundsatz der guten fachlichen Praxis der landwirtschaftlichen Bodennutzung ist es, die Fruchtbarkeit und Leistungsfähigkeit des Bodens als natürliche Ressource nachhaltig zu sichern. Der Humus bzw. die organische Bodensubstanz ist dabei ein entscheidender Indikator für die nachhaltige Bewirtschaftung von Böden. Über den Humus werden alle Bodenprozesse gesteuert

bzw. beeinflusst. Ein komplexes System wirkt Degradationsprozessen wie Bodenverdichtung und Erosion entgegen und trägt wesentlich zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei.

 

Europäische Bodenschutzstrategie

Im Rahmen der europäischen Bodenschutzstrategie wurde der Rückgang der organischen Substanz in Böden als eine der Gefahren eingestuft, die die europäischen Böden bedrohen. Basierend auf kleinmaßstäblichen Auswertungen der Europäischen Kommission hinsichtlich der Humusversorgung der Böden wurde ein grobes Annäherungsschema zur Beurteilung der organischen Bodensubstanz (OBS) erstellt. Der vorgeschlagene Richtwert (kleiner 2 % Corg in intensiv bewirtschafteten Ackerböden), der eine nähere Betrachtung erforderlich macht, dient lediglich als Anhaltspunkt. Eine Erfassung der

regionalspezifischen Humusgehalte unter Berücksichtigung von Landnutzung, Klima und Bodentyp obliegt den einzelnen

Mitgliedsstaaten.

 

Beispiel Bayern

 

In 2001 hat das Institut für Agrarökologie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Zusammenarbeit mit den Sachgebieten Agrarökologie und Boden der Ämter für Landwirtschaft und Forsten damit begonnen, eine Humusdatenbank für Bayern zu erstellen. Diese enthält Daten (Humuskennwerte, Textur, Bewirtschaftung, Klima) von 327 konventionell und 62 ökologisch bewirtschafteten Ackerschlägen, die für Bayern repräsentativ sind. Basierend auf diesen Daten wurden standorttypische Spannweiten für Humusgehalte (organischer Kohlenstoff(Corg), Gesamtstickstoff (Nt)) und Humusqualität (Verhältnis Corg/Nt) von Ackerböden in Bayern in Abhängigkeit von der Bodenart bestimmt (2). Die standorttypischen Spannweiten der Humusgehalte (ausgedrückt als organ-ischer Kohlenstoff – Corg) sind in Abhängigkeit von der Bodenart in der rechts-stehenden Tabelle zusammengestellt. Die Humusgehalte der Ackerböden schwanken zwischen 0,9 bei sandigen Böden bis 2,7 % Corg bei Tonböden. Mit den standorttypischen Humusgehalten steht für Landwirte und Berater ein Instrument zur Verfügung, mit dem die Bewertung von Humuskennwerten vorgenommen und die Humusversorgung von Ackerböden optimiert werden kann. Ergänzend bietet die Landesanstalt für Landwirtschaft ein Programm zur schlagbezogenen Humusbilanzierung auf ihrer Internetseite unter www.lfl.bayern.de an.

 

Vorteile für den Landwirt durch Humusaufbau

  • Verbesserung der Ackerböden durch Vermehrung der Bodenbiologie. Pro ha Boden leben ca. 5 - 10 Tonnen Organismen im Boden.
  • Finanzierung des Humusaufbaus durch die CarboCert-Humuszertifikate. Pro Tonne gebundenem CO2 werden bis zu 30 € an den Landwirt ausbezahlt.
  • Ackerböden können weit mehr Wasser aufnehmen und damit Starkregenereignisse besser verkraften.
  • Humus ist ein großer Wasserspeicher. Pro Prozent Humusgehalt im Boden können zusätzlich ca. 400 m³/ha Wasser gespeichert werden. Somit sind Humose Böden wesentlich widerstandsfähiger gegen Trockenperioden.
  • Humus filtert das Wasser in dem es mögliche Schadstoffe bindet und abbaut. Somit hinterlässt ein Humoser Boden immer sauberes Trinkwasser.
  • Der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel kann reduziert und bei entsprechender Bewirtschaftung ganz vermieden werden.
  • Klimabauern haben ein besseres gesamtgesellschaftliches Ansehen durch aktiven Klimaschutz und Humusaufbau.

Maßnahmen die zu Humusaufbau führen

Der Humusgehalt des Ackerbodens wird neben dem Ausgangsgestein und dem vorherrschenden Klima maßgeblich von der Art der Bewirtschaftung beeinflusst. Je mehr der folgenden Maßnahmen gleichzeitig eingesetzt werden, desto rascher wird Humus aufgebaut. Weiteres muss die geänderte Wirtschaftsweise auch beibehalten werden, damit es in der Folge nicht wieder zu einem Humusabbau kommt. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

 

Düngung mit Kompost

(anstelle von Handelsdünger, Gülle oder Jauche) – Kompost ist fertiger Humus und trägt somit am stärksten zum Humusaufbau bei. Je größer die Kompostmenge, desto rascher geht der Humusaufbau vor sich.

 

Minimale Bodenbearbeitung

(anstelle von Pflug, Grubber, Hacke und Striegel) - je weniger

der Boden bearbeitet ist, desto geringer ist der Sauerstoffeintrag und desto stabiler bleibt der aufgebaute Humus bestehen. Im Idealfall erfolgt überhaupt keine Bodenbearbeitung. Die Saat wird mittels Schlitzsaat in bestehende Gründecken eingebracht.

 

Dauerbegrünung

(anstelle der Herbstfurche und Winterbrache) – nur ein begrünter Boden

kann auch etwas leisten; vor allem muss die Bodenbiologie auch im Winter ernährt werden.

Der Einsatz von Leguminosen ist für diesen Zweck ist besonders günstig, da dabei gleichzeitig Stickstoff gebunden und Humus aufgebaut werden kann.

 

Fruchtfolge

(anstelle von Monokulturen) – durch die Erhöhung der Pflanzenvielfalt erhöht man auch die Wurzelvielfalt und die Stabilität in der Mikrobiologie. Damit werden erst die Grundlagen geschaffen, dass im Boden selbst überhaupt Humus entstehen kann.

 

Mischkulturen

(anstelle von Monokulturen) - darunter versteht man den gleichzeitigen An-

bau von mehreren Kulturen, die gleichzeitig wachsen können und sich gegenseitig positiv beeinflussen. Durch die Erhöhung der Wurzelvielfalt wird der Humusaufbau gefördert.

 

Förderung der Bodenbiologie durch die obigen Maßnahmen

Humusaufbau ist ein Lebensprozess, der ständig aufrechterhalten werden muss. Die Bodenbiologie muss immer gefüttert werden, um den Lebensraum zu erhalten.

Natürlicher CO2 Kreislauf. Quelle: G.Dunst Humusaufbau

Humusauf- oder abbau. Quelle: G.Dunst Humusaufbau

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