Humuszertifikate

Weshalb benötigt Humus einen Handel?

Wie wird aus einem Landwirt ein Klima-Landwirt? Wie entsteht Wandel?

Die Triebfeder des menschlichen Handelns ist der wirtschaftliche Erfolg.

Der zu erwirtschaftende Erfolg des Landwirt ist sein Auskommen sowie der Fortbestand und die Weiterentwicklung seines Betriebes. Dazu wirtschaftet er nach den politischen Rahmenbedingungen und den Vorgaben des Marktes.

Lebensmittel sollen in möglichst immer größeren Mengen, kürzerer Zeit und günstigererem Preis erzeugt werden. Dabei kommen die Mittel der modernen Landwirtschaft zum Einsatz. Mittel die mit erheblichen Einsatz von Kapital verbunden sind.

Damit ein Landwirt seine Bewirtschaftungsweise umstellt, braucht er wirtschaftliche Anreize.

 

Die wirtschaftliche Alternative vom Landwirt zum Klima-Landwirt zu werden, bietet der Zertifikatehandel.

Der zusätzliche finanzielle Mehraufwand durch Humusaufbau für den Landwirt, wird durch den Zertifikatehandel abgedeckt.

Wie kann sich der Landwirt am Zertifikatehandel beteiligen?

 

Landwirte können mit ihren gesamten Ackerbauflächen teilnehmen. Wobei die Flächen in Schläge von jeweils 1 bis 5 Hektar unterteilt werden.

Dazu schließt der Landwirt eine Vereinbarung zum Humusaufbauprogramm mit der CarboCert GmbH ab.

Bei den Erstgesprächen werden die infrage kommenden Flurstücke festgelegt und der Vereinbarung zu Grunde gelegt.

Die CarboCert GmbH organisiert anschließend die GPS genaue Bodenprobeentnahme.

Bei dieser werden dann pro Schlag auf 25 Probeentnahmepunkten 25 cm tief von einen zertifizierten Probenehmer, GPS genaue Bodenproben entnommen.

Die Bodenproben werden anschließend in ein akkreditiertes Labor zur Analyse gegeben.

Optional kann der Landwirt weitere Nährstoffe bzw. die Probe nach der Albrechtmethode analysieren lassen.

Zwei bis fünf Jahre nach der Anfangsuntersuchung wird die Folgeuntersuchung durchgeführt.

Dabei wird festgestellt ob und wie viel Humus sich aufgebaut hat. Anhand einer Berechnung werden dann die Tonnen an fix im Boden gebundenem CO2 berechnet.

Diese Tonnen bilden die Grundlage für die erste Ausbezahlung des Erfolgshonorars in Höhe von 30 € pro Tonne.

Dabei wird ein Teil des Honorars zur Sicherung des zuvor aufgebauten Humusgehaltes einbehalten.

Nach Ablauf einer weiteren fünf Jahresfrist wird wiederum eine Bodenprobe durchgeführt. In dieser Zeit muss der Humusgehalt gleich bleiben bzw. kann weiter gesteigert werden. In diesem Fall wird das einbehaltene Erfolgshonorar ganz ausbezahlt bzw. ein weiteres Honorar für den zusätzlichen Humusaufbau ausbezahlt.

Bei Humusabbau kommt das einbehaltene Erfolgshonorar nicht zur Auszahlung.

 

Wie funktioniert der Zertifikatehandel für den Emittenten?

 

Industrie, Handwerk, Handel aber auch privat Personen erzeugen durch ihr Handeln CO2. Diese CO2 stammt zum Teil aus fossiler Herkunft. Dieses CO2 trägt zum Klimawandel bei.

Zu Beginn schließen die Emittenten eine Vereinbarung mit der CarobCert GmbH ab. In dieser wird die Kompensation ihres unvermeidbaren CO2 Ausstoß durch Humusaufbau festgelegt.

Die Menge an unvermeidbarem CO2 Ausstoß wird durch ein unabhängiges Institut bemessen.

Diese Mengen können die Emittenten dann durch den Erwerb von CarboCert-Humuszertifikaten kompensieren.

Dadurch werden Produkte, Dienstleistung aber auch Urlaubsreisen CO2-neutral.

Unternehmen schaffen sich dadurch ein Wettbewerbsvorteil und unterstützen gleichzeitig den Humusaufbau und somit die Lösung vieler aktuellen Umweltprobleme.

Berechnung des Kohlenstoffanteil im Humus

 

Der gesamte organische Kohlenstoffanteil oder die englische Abkürzung dafür TOC (Total Organic Carbon) wird bei der Bodenuntersuchung nach dem DIN EN 15936 ermittelt.

Der auf dem Untersuchungsbericht ausgewiesene Gehalt an organischer Substanz wird dabei durch den Faktor 1,721 geteilt.

Das Ergebnis ist der Kohlenstoffgehalt im Boden.

 

Beispiel:

Humusgehalt 2,8 % / 1,721 = 1,627% Kohlenstoffgehalt.

 

Berechnung Kohlenstoffgehalt in Tonnen pro Schlag

Fläche in m² x Entnahmetiefe = m³ Boden

m³ Boden x spezifisches Gewicht = Tonnen Trockenmasse

Tonnen Trockenmassen x Kohlenstoffgehalt = Tonnen Kohlenstoff pro Schlag

 

Berechnung CO2-Gehalt in Tonnen pro Schlag

Die Umrechnung von „C" zu „CO2" erfolgt mit dem Faktor 3,67. Dieser Wert resultiert aus den jeweiligen Atommassen (Einheit: g/mol): C=12, O=16 à CO2=44. Ein Teil Kohlenstoff entspricht somit 44/12 = 3,67 Teile CO2.

 

Berechnungsbeispiel

 

In diesem Fall wären durch die Steigerung des Humusgehalt um 0,5 % in drei Jahren zusätzlich 86,48 Tonnen CO2 auf dem 2,5 ha großen Schlag gebunden worden. Dies entspricht pro ha 34,59 Tonnen. Pro ha könnten somit z.B das Verbrennen von 10.356 Liter Heizöl kompensiert werden.

Jahr

Beprobung

Fläche

Tiefe

cm

Spezifisches Gewicht

Humusgehalt

%

Kohlenstoff

gehalt

Faktor

CO2

Tonnen

CO2/ha

2016

25000

25

1,3

2,8

58 %

3,67

484,25

2019

25000

25

1,3

3,3

58 %

3,67

570,73

 

 

 

 

 

 

Differenz

86,48

 

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